Mit gerade 14 Jahren verliebt sich die jüngste Tochter Erato in einen italienischen Soldaten, der sich in der Weinpresse des Hauses versteckt hält. Sie wird schwanger und gebärt eine Tochter namens Amalia, die als ihre Schwester ausgegeben wird. Für Erato beginnt ein langer Leidensweg, doch niemandem gelingt es, ihre Persönlichkeit zu brechen. Ihre Tochter hingegen wächst ganz im Sinne der Tradition heran, beugt sich bereitwillig dem Familienwillen und entwickelt ihr Leben lang keine Individualität. Lily Zografou erzählt ungeschminkt, wie stark das Dorfleben durch Konventionen geprägt wird, spart aber nicht mit einer beinah grotesken Komik bei der Schilderung der schrulligen Shwestern oder Amalias missglückter Hochzeitsnacht.
Lily Zografou ist sicherlich nicht nur eine der beliebtesten Schriftstellerinnen der griechischen Nachkriegszeit, sondern auch eine der meistverkauften. Dennoch wurde sie zeitlebens von den Literaturkritikern ignoriert. Der Schriftsteller Vasilis Vasilikos ('Z') bemerkte zu diesem Widerspruch: 'in der Literatur wird sie mit ihren bahnbrechenden, nonkonformistischen Werken unvergessen bleiben. Geliebt von einer großen Leserschaft und missachtet von den offiziellen Kritikern, da alle Schriftsteller, die gelesen werden, verdächtig sind ...' Im Gegensatz zu ihrem Heimatland ist Lily Zografou in Deutschland bislang weitgehend unbekannt. Mit der Veröffentlichung von 'Die Frauen der Familie Ftenoudos' wird diese außergewöhnliche griechische Schriftstellerin nun erstmals auch einem deutschen Publikum zugänglich.“


